Politisch


Dr. Detlef Wend - Politik wiederbeleben

Dr. Detlef Wend - Politik wiederbeleben

Motivation zur Politik

Gesellschaftspolitisch geprägt wurde ich primär in den 80-er Jahren, also während meiner Oberstufenzeit und der Zeit der großen Debatten in Westdeutschland um Nachrüstung, Friedenspolitik und Atomkraft. Die damalige westdeutsche Gesellschaft hatte ihren ersten Konsumrausch hinter sich gelassen und wollte ausdiskutieren wie die Welt von morgen aussehen könnte. Erstmal wurde breit diskutiert, dass grenzenloser Konsum vielleicht doch nicht das letzte Glück auf Erden sein könne und zudem sorgte man sich um Ressourcenverbrauch, unfaire Wohlstandsverteilung weltweit, sinnloses Wettrüsten und bedrohliche Techniken wie Atomkraft. Insgesamt herrschte eine sehr politische Stimmung. Unsere Lehrkräfte hielten uns dazu an, eine kritische politische Debatte zu führen. Die sogenannte "Politikverdrossenheit" der jetzigen Zeit war damals unvorstellbar. 

Mit dem Auftreten der Grünen in der politischen Debatte und ihrem Einzug in den Bundestag bekam das ganze noch einen entsprechenden Kick. Auch SPD und CDU standen sich in Konkurrenz gegenüber und nicht aneinander gekettet in lähmender Großkoalition. Es herrschte zudem eine Stimmung, dass man etwas anpacken, etwas ändern könne. Das ganze fand in einer Öffentlichkeit statt, die noch nicht so stark durch das Primat des Geldes bestimmt war. Die öffentliche Hand stand nicht unter derart extremem Sparzwang wie heute und konnte mehr gestalten. Der Börsenbericht war noch nicht Teil der Tagesschau.

Seit dieser Zeit erlebe ich eine rasant zunehmende Unwucht in der Verteilung von Wohlstand, Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft. Die öffentliche Hand ist zunehmend handlungsunfähig, gefesselt im Abarbeiten ihrer Schulden. Zeitgleich erleben wir extremen privaten Reichtum müssen aber auch feststellen dass viele Kinder in prekären Verhältnissen aufwachsen. Während sogenannte "Besserverdienende" sich eine gute Ausbildung für ihre Kinder einkaufen, stellen wir Baustellentoiletten in unseren öffentlichen Schulen auf. Mir ist unklar wie man bei dieser Entsolidarisierung einfach so zusehen kann. Ich kann und will das nicht. Für mich ist eine faire Gesellschaft - bitte nicht mit Gleichmacherei verwechseln - unabdingbare Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander. Mir erschließt sich nicht, warum der Staat nicht mehr das nötige Kleingeld hat, um Straßen zu reparieren und Schulen instand zu halten, aber die "Geldvermehrung" an der Börse immer abstrusere Formen annimmt. Die nach der letzten Finanzkrise groß angekündigten Regulierungen der Finanzwirtschaft sind im Wesentlichen nicht erfolgt!

Wir brauchen nur einen Blick in Richtung USA zu werfen um eine Gesellschaft zu erleben, die schon einen Schritt weiter mit ihrer Entsolidarisierung voran gekommen ist, und wenn man sich in Südamerika von Wachmännern geschützte Wohlstandsviertel, die sich vor den Bewohnern der Slums per Stacheldraht schützen, ansieht, kann man ein gescheitertes Miteinander erleben. Den cleveren und rücksichtslosen Egoisten, die immer mehr und nur für sich wollen, müssen wir uns entgegen stellen.

Ein faires Miteinander mit einer Würdigung von Leistung aber auch Empathie für jene, die Unterstützung brauchen, das ist meine Vision unserer Gesellschaft.

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